Die Burg
Zornstein
(Cornštejn)
nimmt eine äußerst strategische Lage auf der westlichen Seite
eines hügeligen Ausläufers ein, der von drei Seiten
von dem Fluss Thaya umströmt wird und sich nicht weit von
einer hochgestellten Siedlung aus der späteren Steinzeit
befindet.
Sein Name wird von deutschen Worten „Zorn“ und „Stein“
abgeleitet, wodurch die Kraft und Festigkeit der Burg zum
Ausdruck kommen sollte. Sie enstand auf ursprünglich
landesherrlichem Gebiet, das zur Burg Vöttau (Bítov) gehörte,
und das am Ende des 13. Jahrhunderts als ständiges Pfand in die
Hände der Herren von Lichtenburg überging. Vor allem für die
Befestigung des Vorfeldes der Burg Vöttau und des strategischen
Weges zwischen Vöttau und Frain (Vranov) und nicht zuletzt als
Sitz seiner Nachfolger ließ mit Zustimmung des Königs Johann von
Luxemburg in den 20. Jahren des 14. Jahrhunderts Raimund von
Lichtenburg die Burg Zornstein aufbauen. Zum ersten Mal wird sie
in der Urkunde des mährischen Markgrafen Karl vom 31. Mai 1343
erwähnt. Auf Grund
dieses Dokumentes durften die Söhne Raimunds Smil und Ceněk das
Vöttauer Lehensgut
mit den Burgen Vöttau und Zornstein in drei Teile aufteilen. Um
die Mitte des 14.
Jahrhunderts enstand ein Streit um die Burg zwischen den Herren
von Lichtenburg und den Herren von Neuhaus (Hradec). Die Herren
von Lichtenburg werden allerdings schon im Jahre 1363 als
Besitzer der Burg wieder erwähnt. Die ursprünglich kleine Burg
mit einer Schildmauer, einem Burgpalais und Innenhof ließ in der
2. Hälfte des 14. Jahrhunderts Heinrich von Lichtenburg um einen
Zwinger erweitern. Die Gestalt der Burg veränderte jedoch viel
mehr Johann von Lichtenburg und Zornstein, der im ersten Drittel
des 15. Jahrhunderts die Befestigung der Burg
durch die neue Vorburg mit Wirtschaffs- und
Verwaltungsgebäuden samt mächtigen Eingangstoren verstärkte. Auf
der nordwestlichen Seite enstand damals auch das neue Burgpalais.
Im Jahre 1422 versuchten die Hussiten die Burg zu erobern. Die
Machtstellung der
Herren von Lichtenburg stieg in den 40er
Jahren des 15.
Jahrhunderts dermaßen, dass
Johann von Lichtenburg in der Lage war, einen Kampf gegen
das Nachbarland Österreich zu führen und sogar dem römischen
Kaiser Friedrich III. zu trotzen. In der Mitte
des 15. Jahrhunderts
besaß die Burg Hynek von Lichtenburg und Vöttau, der es ablehnte,
dem König Georg von Podiebrad die Treue zu schwören. Vom Papst
Pius II. unterstützt, begann er im Jahre 1463 einen offenen
Aufstand gegen den König. Logischerweise wurde die Burg zum Ziel
der Angriffe des königlichen Heeres. Die elf Monate dauernde
Belagerung von Zornstein (1464-1465) wurde
zum politischen Ereignis
von europäischer Bedeutung, denn hinter dem trotzigen
Lichtenburg stand der Papst. Schließlich wurde die Burg
ausgehungert, von dem Herren Hynek von Lichtenburg beschlagnahmt
und als Lehen den Herren Kraiger von Kraigk verliehen.
Wolfgang Kraiger von Kraigk erzwang später die
Überführung des Zornsteiner Herrengutes als freier Besitz, ließ
die Burg renovieren und neu befestigen. Im Tal südlich von der
Burg wuchs damals eine moderne vorgeschobene Befestigung mit
mächtigen Kanonentürmen. Beide Burgpaläste wurden zur selben
Zeit modernisiert. Nach 1526 ging die Burg wieder in den Besitz
der Herren von Lichtenburg und Vöttau über. Während ihrer
Herrschaft wurde die Burgbefestigung im Zusammenhang mit der
Türkengefahr auf Grund
des Beschlusses des mährischen Landtages
zum letztenmal bestärkt.
Im Jahre 1576 kam die Burg Zornstein als Bestandteil des
Vöttauer Herrengutes in die Hände der Herren Štreun von
Schwarzenau, die den Herrensitz instand zu halten aufhörten.
Aufgrund dessen verödete die Burg beträchtlich. Unter anderen
Besitzern wechselten dann die Herren Jankovsky von Wlaschim
(1617), Grafen von Daun (1788) und Familie Haas von Hasenfels
(1912). Auf Grund der Beneš-Dekrete wurde die Burg im Jahre 1945
verstaatlicht. Die heutige Gestalt der Burg ist das Ergebnis
einer langjährigen Renovierung, die in den 70. Jahren des 20.
Jahrhunderts das Denkmalinstitut in Brünn vollzog. Diese
Wiederherstellung wurde allerdings nicht
vollendet und mitte der
80. Jahre wurde die
Burg in die Verwaltung des Südmährischen Museums in Znaim
überführt, das zur Zeit die notwendigen Sanierungsarbeiten
sichert und für die öffentliche Zugänglichmachung der
Ruine der Öffentlichkeit sorgt.
Öffnungszeiten:
Juli-August
Mo
- So 09:00 -17:00, in der Saison
604 891
875 oder
515 282
221
Webseiten:
www.znojmuz.cz E-Mail:
znojmuz@znojmuz.cz
Südmährisches Museum in Znaim/Jihomoravské muzeum ve Znojmě
Přemyslovců 6,
669 02
Znojmo
Zřícenina
hradu Cornštejn
Katastralgemeinde Bítov (Frainer Talsperre)
Tel.: +420 515 282 211
Tel. während der Saison: +420 604 891 875
Öffnungszeiten: Juli–August, Mo–So 9.00–17.00
E-Mail: znojmuz@znojmuz.cz





